22.03.
2016

Medizintechnik wächst und wächst und wächst.

Medtec

Spectaris, der Unternehmerverband der Medizintechnik, hat am 21.03. neue Zahlen veröffentlicht. Danach haben die über 1200 medizintechnischen Unternehmen in Deutschland 2015 28,4 Mrd. € Umsatz und damit über 11 % mehr als im Vorjahr erwirtschaftet und beschäftigen ca. 130.000 Mitarbeiter. Das Wachstum geschieht interessanterweise sowohl im In- als auch im Ausland – eine einseitige Abhängigkeit scheint sich daher nicht abzuzeichnen, auch wenn die Unterschiede zwischen einzelnen Teilbereichen der Medizintechnik von der Krankenhaustechnik über bildgebende Diagnostik bis hin zu Hilfsmitteln sehr groß sind.  

Natürlich profitiert die Branche wie der gesamte Gesundheitssektor von demografischen Entwicklungen in den westlichen Industrienationen, einem steigenden Bedürfnis, für die eigene Gesundheit etwas zu tun, und einem wachsenden Markt in Schwellenländern. Daneben spielen allgemeine wirtschaftliche Rahmendaten wie Eurokurs, niedrige Zinsen und sinkende Ölpreise eine Rolle. Auch für 2016 wird Wachstum, wenn auch auf niedrigerem Niveau, erwartet.

Wer sich einen Überblick verschaffen möchte und über Beschäftigungsmöglichkeiten nachdenkt, dem sei die Medtec als eine der führenden Fachmessen vom 12. - 14.04.2016 in Stuttgart empfohlen.


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03.03.
2016

Eine Promotion abbrechen

Schreiben
Es gibt sicher individuell sehr verschiedene Gründe für die Aufgabe eines Promotionsvorhabens, und jedes Mal steht dahinter eine persönliche Entscheidung, die niemand leicht trifft und die meistens auf mehreren Ursachen basiert. Eine typische Fallgruppe ist jedoch die Aufgabe der Promotion an sich, die manchmal schon in einem sehr frühen Stadium getroffen wird. In diesen Fällen haben sich die Promovierenden nicht eingehend genug mit ihrer eigenen Motivation beschäftigt. Für eine erfolgreiche Promotion bedarf es nicht nur wissenschaftlicher Neugier und Begeisterungsfähigkeit. Ebenso wichtig sind Durchhaltevermögen und Frustrationstoleranz sowie die Fähigkeit zur Selbstkritik. Besonders wichtig ist jedoch, dass der Doktorand und die Doktorandin intrinsisch motiviert ist, d.h. der Wille zur Promotion auf eigenem Antrieb beruht und nicht nur auf der Tatsache basiert, dass fast alle anderen promovieren und die eigene Umgebung dies erwartet. Wird sichtbar, dass es daran fehlt, sind ein endgültiger Abbruch und ein beruflicher Neustart außerhalb der Akademia die richtige Konsequenz. Da dies immer mit dem Gefühl des Scheiterns verbunden ist, sollten Promovierende ihre Motivation vorher sorgfältig prüfen und dazu in Auswahlverfahren eingehend und kompetent befragt werden.Eine andere Fallgruppe betrifft Meinungsverschiedenheiten über das Promotionsprojekt zwischen Promovierenden und Betreuern. Es gibt Differenzen über Methoden und deren Etablierungsgrad oder über die Belegbarkeit von Arbeitshypothesen u.ä. Dies stellt sich häufig nicht in den ersten Wochen heraus sondern mitunter erst nach mehreren Monaten, manchmal auch erst nach 1 - 1,5 Jahren. Können solche Auffassungs-unterschiede auch mit Hilfe externer Moderatoren nicht überwunden werden, kann der nächste Schritt nur lauten, sich nach einem anderen Projekt umzusehen. Jeder weitere Tag an gleicher Stelle ist Zeitverschwendung. Wichtig ist, dass Promovierende solche Probleme ansprechen. Im Rahmen strukturierter Programme ist dies deutlich einfacher, weil es entsprechende Ansprechpartner gibt. Aber auch bei Individualpromotionen gibt es geeignete Stellen, die aufgesucht werden sollten. Wichtig ist nur, das Problem nicht zu verdrängen sondern anzugehen. Häufig wird in diesen Fällen ein neues Vorhaben gesucht und erfolgreich zu Ende geführt. Eine solche Biografie führt in aller Regel später nicht zu Nachteilen beim Berufseinstieg, wenn der Gesamtzeitraum immer noch ein fachspezifisch zu ermittelndes vertretbares Maß einhält. Bewerber sollten allerdings über ihre Motive sprechen und ihre Entscheidung erläutern können.
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18.02.
2016

Beschäftigungsaussichten 2016

Das vierte Quartal 2015 ist sehr vielversprechend verlaufen. Laut dem Hays Index stieg die Nachfrage nach Life Science Spezialisten im Vergleich zum 3. Quartal an. Einen deutlichen Zuwachs gab es vor allem für Qualitätsmanager, während die Bereiche Regulatory Affairs und Projektleiter für klinische Studien abgenommen haben. Mehr dazu unter Bionity. http://www.bionity.com/de/news/156698/life-sciences-branche-fragte-im-letzten-quartal-mehr-fachkraefte-nach.htmlDer Jahreswechsel ist immer schwierig für Jobsuchende. Bis Mitte Januar tut sich wenig in den Jobbörsen, aber seitdem steigt die Zahl der Ausschreibungen auch wieder deutlich an und das sollte auch noch einige Wochen so bleiben. Recht vielversprechend scheint auch die Situation in Großbritannien, vor allem in der Biotechnologie¬industrie zu sein. Hier gab es 2015 insgesamt 27 Finanzierungsrunden, an sich kein Spitzenwert, aber das Finanzierungsvolumen erreichte mit 1,8 Mrd. US Dollar bisher nicht erreichte Werte. Da andererseits die Zahl der Gründungen deutlich zurückgegangen ist, sollten die bestehenden Firmen jetzt ausreichend kapitalisiert sein, um ihr Wachstum zu finanzieren. Quelle: BiotechGate
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29.01.
2016

Lasst uns über Feed Forward sprechen

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In unseren Workshops spielt Feedback immer mal wieder eine Rolle. Teilnehmer trainieren bestimmte Situationen, erleben sich gegenseitig und sollen das Gesehene bewerten. Dabei zeigt sich schnell, ob die Teilnehmer schon mal mit Feedback Regeln vertraut gemacht worden sind. Gerne gestehe ich zu, dass Feedback eigentlich dazu einlädt, etwas, was bereits in der Vergangenheit liegt, zu kritisieren. Daher hat mir auch spontan der Begriff Feed Forward gut gefallen, als ich ihn zum ersten Mal gehört habe. Und eine wichtige Regel ist darin bereits enthalten:

1.Anregungen geben, was man in Zukunft besser machen kann. Ein weiteres wichtiges Moment ist zudem, aus der eigenen Sicht zu schildern, was man gut gefunden hat und wo man sich künftig Veränderung wünscht. Daher sollte
2.Immer in Ich-Botschaften gesprochen und mit Positivem begonnen werden. Recht leicht fällt Wissenschaftlern naturgemäß die letzte Regel
3.Sich an konkrete Fakten und Tatsachen zu halten und dabei Dinge genau zu beschreiben.

 
Was nun den Empfänger dieses Feed Forward anbelangt, sollte er auf jeden Fall erstmal

1.In Ruhe zuhören. Gerne verteidigen sich dann die Teilnehmer, sie seien ja nervös gewesen, die Situation sei unrealistisch oder zu unkonkret gewesen und vieles andere mehr. Was ein Stress! Viel einfacher ist es doch
2.Die Dinge so zu nehmen, wie sie sind: eine individuelle Meinung, mit der jeder machen kann, was er will (ernst nehmen, was ändern, Teile verwerten oder ganz über Bord werfen). Wichtig ist nur, dass
3.Man sich für die geäußerten Ich-Botschaften bedankt. Schließlich fällt es nicht jedem leicht, Kritik zu üben, sei sie auch noch so konstruktiv. Ein ehrlicher Dank ist hier angebracht.

 
Viel Spaß beim nächsten Feed Forward!

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14.01.
2016

Ein gutes Neues Jahr

Die aktuellen Ereignisse, die die Nachrichtenlage in diesen Tagen bestimmen, sind von Gewalt und Terror dominiert und befassen sich mit Ängsten und politischen Reaktionen darauf. In dieser Situation noch positives zu finden, ist gar nicht so einfach. Dabei sollte man sich klar machen, dass er Arbeitsmarkt in Deutschland immer noch robust ist und die Wirtschaft nach wie vor Wachstum erwartet. Die Aussichten für Berufsein- und Umsteiger sind also gar nicht so schlecht. Umso erfreulicher ist, dass die Biotechnologie Branche für 2016 sehr viel Optimismus verbreitet. Es sollen mehr Gelder in Forschung investiert werden und es sollen auch mehr Mitarbeiter eingestellt werden. Die Finanzierungssituation ist so gut, wie schon lange nicht mehr. Daher kann und will die Mehrheit der Firmen Mitarbeiter einstellen sowie stärker als bisher in Forschung und Entwicklung (F&E) investieren. Mehr dazu in Transcript http://www.transkript.de/nachrichten/wirtschaft/2016-01/biotech-branche-vollgas-fuer-2016.html#contentMit diesem Ausblick wünschen wir allen ein erfolgreiches Jahr 2016
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11.12.
2015

Merry Christmas

Weihnachtsbaum
This year we had around 50 training courses totalling 70 training days and around 550 participants. For them everything is revolving around their professional future which is for most of them about to start in 2016, at the latest in 2017. In addition, 20 scientists came to us to get personal and individual advice. Behind all this are 570 individual life and career plans and 570 people, who look into their future with expectations, concerns, disappointments and excitement. If in each individual case we were able to give a nudge into thinking in another direction or to consider more career options than before or just to give people certainty for already envisaged decisions, we can be pleased with our achievements. This is what we are working for.We wish and trust that all participants of our courses and our clients will realize their plans. We are happy with their great feedback and use criticism to constantly challenge ourselves and to become more professional. And we thank our customers for their trust to keep including us into their programs. Without them we could not do what we love doing most.With grateful hearts we wish you all a Merry Christmas.Barbara Hoffbauer, Dr. Kathrin Ballesteros Katemann, Dr. Zeina Matar, Irmtraud Williams
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01.12.
2015

Women Connex

Alle, die mehr über diese im Südwesten einzigartige Messe für Frauen erfahren wollen, finden hier den Link zur Pressemitteilung http://www.womenconnex.de/de/presse_service/presseuebersicht/presseservice_5312.jsp
Qualitativ steht diese Veranstaltung anderen bekannten Events in Nichts nach. Besucherinnen hätten allerdings mehr da sein können. Schade! Toll fand ich, dass Unis recht gut vertreten waren und einige so initiativ waren, dass sie ihr gesamtes Mentorinnenprogramm eingeladen hatten, mit zur Messe zu fahren - für die jungen Mentees sicher ein interessanter Tag. Mehr davon!
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26.11.
2015

Green Jobs – Eco Jobs

Sonnenblumen

Es wird schwierig, genau abzugrenzen, was eigentlich grüne Jobs sind. Noch schwieriger ist es zu sagen, wie viele es davon in Deutschland gibt. Die Beratungsgesellschaft Roland Berger hat für 2014 einen Greentech-Atlas erstellt und kommt darin auf 1,5 Mio Stellen. Darin enthalten sind die Felder Energieeffizienz, nachhaltige Wasserwirtschaft, Umweltfreundliche Erzeugung, Speicherung und Verteilung von Energien, Rohstoff- und Materialeffizienz, Nachhaltige Mobilität und Kreislaufwirtschaft1. Stellen gibt es in Umweltorganisationen, NGOs und Verbänden, aber auch in Unternehmen, dem öffentlichen Dienst sowie im Finanzsektor und in der Tourismusbranche.

Viele dieser Stellen sind für speziell ausgebildete Umweltexperten vorgesehen. Mittlerweile gibt es eine Reihe einschlägiger Studiengänge. Andere wiederum sind eher technisch geprägt und erfordern Ingenieur-Knowhow. Daneben gibt es für Lebenswissenschaftler Nischen, die sich näher zu betrachten lohnt. Und es gibt in diesem Bereich eine sehr lebhafte Startup-Szene, die mit neuen, innovativen Produkten Energie gewinnen, Ressourcen sparen, Sharing Modelle oder andere Nachhaltigkeitskonzepte entwickeln. Angetrieben werden die Gründer von ihrer Technikbegeisterung aber auch vom Gedanken, etwas wirklich Sinnvolles zu tun. Schwierige Arbeitsfelder sind hingegen Forschung und Lehre. Da wiederholt sich die Situation, die Naturwissenschaftler generell kennen. Ebenso schwierig sind der Bereich Umweltbildung sowie Tätigkeiten zur Erfassung von Arten. Hier gibt es sehr viele freiwillige Helfer und ehrenamtlich Tätige, was zu einem Verfall von Gehältern und Honoraren für Freiberufler geführt hat.

Interessante links auf Jobbörsen und anderes:
www.greenjobs.de (Jobbörse)
www.jobverde.de (Jobsuchmaschine mit interessanten Resultaten)
www.wila-arbeitsmarkt.de (Jobbörse Wissenschaftsladen Bonn)
www.eejobs.de (Jobbörse Erneuerbare Energien)
www.nachhaltigejobs.de (Jobsuchmaschine für NGO, CSR, Umwelt)


1 Die Zahlen und weitere Informationen sind dem Beitrag „Ein Platz im Grünen“ der Zeitung „enorm“ Ausgabe 05.2015 entnommen.


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28.10.
2015

Karrieretag für Lebenswissenschaftler und Mediziner am IMB Mainz

Dieses Jahr haben wir ein tolles Sprecherprogramm zusammengestellt mit vielen interessanten Berufsperspektiven für Lebenswissenschaftler und Mediziner. Mehr dazu auch unter www.imb-mainz.de
  • Dr. Julia Rose, Head of Clinical Operations, Boehringer Ingelheim Vetmedica GmbH
  • Dr. Stefan Uhle, Patent Manager, MBM Sciencebridge GmbH
  • Dr. Michael D. Mühlebach, Head of Section Product Testing of Immunological Medicinal Products for Veterinary Use, Paul-Ehrlich-Institut
  • Dr. Jamilur Rahman, Global Regulatory Affairs Manager, Grünenthal GmbH, Aachen
  • PD Dr. sc. Hum. Oliver Nolte, Head Depts. Bacteriology, Parasitology, Mycology, Centre for Laboratory Medicine (ZLM), St. Gallen
  • PD Dr. Nicole Maas, Director Wissenswerkstatt Saarbrücken e.V.
  • Dr. Jürgen Ludwig, Project Manager Advanced Medical Services GmbH
  • Achim Oelmann, Clinical Operations Manager, Advanced Medical Services GmbH
  • Dr. med. Nicolas Busch, Project Leader and Expert, The Boston Consulting Group
  • Dr. Maria Zweig, Marketing Manager, Mettler-Toledo GmbH
  • Dr. Goran Martic, Multi-Project Manager, TRON – Translationale Onkologie an der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz gGmbH
  • Kai-Alexander Wiemer, Associate Director of European Biorepository Operations, BioStorage Technologies GmbH
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02.10.
2015

Als Wissenschaftler in die USA

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Wirtschaftliche Krisen, wie sie die USA vor allem 2008/2009 erlebt hat, gehen immer auch zu Lasten der öffentlichen Fördermöglichkeiten für Wissenschaft und Bildung. Damals hieß es in Deutschland, dass nun alle deutschen Wissenschaftler aus den USA aufgrund der verschlechterten Bedingungen zurückkommen würden und die Zahl der dort zur Verfügung stehenden Stellen dramatisch sinken würde. Die Töne klangen damals sehr entmutigend für Menschen, die einen Postdoc in den USA anstrebten. Aktuelle sind die Zahlen von deutschen Wissenschaftlern in den USA der letzten 20 Jahre veröffentlicht worden und von all dem ist nicht viel zu sehen. Die Grafik zeigt die Anzahl der deutschen promovierten Wissenschaftler in den USA seit 2004 an. Der letzte Wert ist aus 2013. Danach sind kaum Schwankungen zu erkennen. Minimale Rückgänge in 2007 und 2012 lassen sich kaum mit konjunkturellen Rahmenbedingungen erklären. Für alle, die die USA als Forscherstandort in den Blick nehmen, scheinen sich jedenfalls nach dem ersten Eindruck die Möglichkeiten nicht verschlechtert zu haben.
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25.09.
2015

Raps statt Mäuse

Die American Society of Plant Biologists (ASPB.org) hat gerade eine Umfrage zu den Karriereaussichten für Pflanzenbiologen durchgeführt. Wenig überraschend ist dabei herausgekommen, dass die überwiegende Anzahl der jungen Nachwuchswissenschaftler eine akademische Karriere anstreben. 78 % der 818 weltweiten Teilnehmer sind derzeit in akademischen Institutionen beschäftigt und wollen dort auch bleiben. Die persönlichen Aussichten werden im allgemeinen besser eingeschätzt als die tatsächlichen Bedingungen vermuten lassen. Aber welche Alternativen gibt es für diese Wissenschaftler? Fachlich arbeiten sie z.B. im Bereich Botanik, Ökologie, Agrarwirtschaft oder Pflanzenpathologie und sind methodisch versiert in Molekularbiologie, Physiologie, Genetik, Biochemie, Zellbiologie, Genomik und anderen. Naheliegend sind sicher Unternehmen, die im Bereich Pflanzenschutz und Pflanzenernährung tätig sind oder die Saatgut entwickeln und produzieren. Darüber hinaus gibt es Verbände im Bereich Pflanzenbau mit einigen wenigen Stellen für hauptamtliche Mitarbeiter. Ein weiteres Betätigungsfeld ist der Bereich Umwelt, Naturschutz und Ökologie mit privaten und öffentlichen Arbeitgebern. Hier stehen Bewerber allerdings zunehmend im Wettbewerb mit Absolventen diverser Umweltstudiengänge, und nicht jede Position eignet sich für einen promovierten Pflanzenbiologen, der sehr spezialisiert dafür aber nicht breit genug ausgebildet wurde. Und schließlich können die Absolventen aufgrund ihrer Methodenkompetenz auch in die Pharma- und Biotechnologieindustrie tätig sein, erleben hier aber, dass Bewerber mit Erfahrung in humanen oder Tierzellen bevorzugt werden. Die Nischen sind also recht eng und der Wettbewerb groß. Für manche heißt es daher nach Studium, Promotion oder erstem Postdoc Abschied von Inhalten zu nehmen und sich nach Betätigungsfeldern umzusehen, die eine akademische (naturwissenschaftliche) Grundausbildung benötigen, in denen konkrete Studieninhalte aber nicht mehr gefragt sind. Daher gibt es Pflanzenbiologen sowohl in der Consultingbranche, im Verlagswesen wie in der Diplomatie oder Patentwesen. Solche Plätze erobert man sich besten dadurch, dass man frühzeitig weiß, wohin es gehen soll und sich einen Informationsvorsprung verschafft. Praktika sind hier gleich Mehrfachtüröffner.
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11.09.
2015

Kulturelle Standards in Deutschland

1.Deutsche sind faktenorientiert. Sie sind rational, vernünftig und objektiv, dabei mitunter unpersönlich. Für Bewerber bedeutet dies, dass sie Fakten liefern sollten. Ein Lebenslauf sollte daher ruhig Zahlen enthalten statt genereller Informationen, z.B.
statt „Präsentation von Ergebnissen auf internationalen Konferenzen“ lieber „zweimal jährlich Vorträge auf internationalen Konferenzen in englischer Sprache“
statt „Führung einer eigenen Forschungsgruppe“ lieber „Führung eines Teams von Mitarbeitern mit 2 Tas, 3 Doktoranden und regelmäßig 2-4 Masterstudierenden“
statt „Einwerben von Drittmitteln“ lieber „Einwerben von insgesamt 0,8 Mio € in drei verschiedenen Grants

2.Deutsche kommunizieren direkt. Was manchmal unfreundlich erscheinen mag, ist aus Sicht der Deutschen nur ehrlich und damit verlässlich. Sie bemühen sich um Freundlichkeit, wollen das aber nicht so weit treiben, dass sie ev. nicht mehr verstanden werden. Bewerber eröffnet das in Interviews die Chance, recht offen eine eigene Meinung zu äußern. Das sollten sie auch tun, wenn sie spüren, dass Ihr Gegenüber einen anderen Standpunkt hat, wenn sie Gründen nennen können. Es ist immer vorteilhafter authentisch und glaubwürdig zu wirken als sich vorschnell anzupassen. Und wenn sie den Eindruck haben, selbst etwas missverstanden oder beim Gegenüber ein Missverständnis verursacht zu haben, dann ist es immer besser, dies direkt anzusprechen.
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