29.10.2014

Nebentätigkeiten und Aushilfsjobs

Was gehört in den Lebenslauf?

Für die Bewerberauswahl in der Wissenschaft spielen Nebentätigkeiten und Aushilfsjobs als Schüler und Studenten in aller Regel kaum eine Rolle, es sei denn, sie stehen im Zusammenhang mit wissenschaftlicher Tätigkeit. Das können z.B. Feldarbeiten im Rahmen wissenschaftlicher Untersuchungen sein oder studentische Hilfstätigkeiten an einem Lehrstuhl. Aushilfsjobs in der Produktion, im Handel oder in der Gastronomie zählen in aller Regel nicht dazu. Mit ihnen wird nur geringe Qualifizierung und Niedriglohnsektor verbunden und die Chance, auf skeptische Reaktionen zu treffen ist deutlich größer als auf wohlwollende Anerkennung. Also lässt man diese Tätigkeiten im Lebenslauf lieber weg.

Was für eine andere Welt erwartet den Bewerber jedoch „draußen“. Zugegeben nach 20 Jahren Berufserfahrung sind die lange zurückliegenden Ferienjobs auch dort nicht mehr von Interesse. Ganz anders verhält es sich aber bei Berufseinsteigern oder jungen Wissenschaftlern mit ausschließlich akademischer Berufserfahrung. Hier sind Informationen über solche Tätigkeiten fast immer relevant, geben manchmal sogar den Ausschlag zwischen verschiedenen Bewerbern. Der Grund ist ein einfacher: in nahezu jeder Art von Ferienjob haben Bewerber etwas gelernt, das für den künftigen Arbeitgeber von Interesse ist.

So lernen Aushilfen in Handel und Gastronomie Kundenorientierung. Sie lernen, freundlich und höflich zu sein, lernen mit Beschwerden deeskalierend umzugehen und sie fügen sich in eine Ordnung z.B. in einen Dienstplan ein. Alles Eigenschaften, die z.B. in der Kundenbetreuung/im After Sales Management eine große Rolle spielen. Das lässt sich übrigens auch in einem Call Center lernen. Wer hingegen als Aushilfe in der Produktion, der Verpackung oder im Lager/Versand arbeitet, lernt u.a. den Umgang mit nicht akademisch gebildeten Menschen. Wer sich dort öffnet und einen guten Zugang findet, lernt viel über deren Wünsche und Einstellungen. Dies ist häufig ein großer Vorteil, wenn im Lauf der Karriere Führungsverantwortung für gewerbliche Mitarbeiter übernommen werden soll.

In jedem Fall sollten Bewerber sich gut überlegen, ob sie leichtfertig auf derart wichtige Signale in ihren Unterlagen verzichten wollen. Welche Relevanz die Tätigkeiten haben, sollten Sie getrost ihren Lesern überlassen.

 

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