30.05.2013

Bewerbung mit oder ohne Foto

Es kommt drauf an….

Die Frage, ob man sich mit oder ohne Foto bewerben soll, hängt von zwei Faktoren ab:
1. Lässt der Kontext, in dem ich mich bewerbe, ein Foto zu? und
2. Welche Aussage will der Bewerber (natürlich auch die Bewerberin) mit seinem (ihrem) Bild unterstreichen?

Die erste Frage lässt sich manchmal ganz eindeutig mit „Nein“ beantworten. Bewerber in den USA erhalten ihre Unterlagen zurück, wenn sie ein Foto verwenden. Da Diskriminierungen aller Art in Besetzungsverfahren systematisch ausgeschlossen werden sollen, sind alle Hinweise auf Alter, Geschlecht, ethnische Herkunft u.s.w. zu vermeiden. Aus diesem Grund werden Fotos nicht zugelassen. Das gilt in den USA für Bewerbungen aller Art – ob in privaten Unternehmen oder in der akademischen Forschung.

Nicht ganz so klar ist der Kontext „Akademische Forschung“ außerhalb der USA. In Westeuropa dürfen Fotos verwendet werden, sind aber nicht immer der Regelfall. Bewerbungen ohne ein Bild des Bewerbers werden ohne weiteres akzeptiert, da Entscheider sich auf die akademischen Leistungen konzentrieren und ihre Auswahl nach Arbeitsschwerpunkten und Qualität der Publikationen treffen. Das Geld für einen guten Fotografen kann man sich in diesen Fällen am ehesten sparen.

Anders ist es bei Bewerbungen in Unternehmen. Bewerbungsfotos sind zwar keine Pflicht, aber gern gesehen, weil man sich daraus Hinweise auf die Person des Bewerbers erhofft. Es geht nicht um einen Beauty-Contest sondern darum, etwas über die Persönlichkeit zu erfahren, die hinter dem vorgelegten Lebenslauf steckt. Für Bewerber und insbesondere für Bewerberinnen heißt das, dass sie ein Bild präsentieren sollten, dass sie möglichst treffend abbildet und ihnen eine kompetente Ausstrahlung verleiht. Bewerbungsbilder sollen daher nicht hübsch oder nett sein, sondern je nach Zielposition kompetent, aktiv, offen und dynamisch wirken. Das gelingt nicht allen Fotografen gleich gut. Insbesondere wer überwiegend Familienbilder macht, erwischt nicht immer den richtigen Ausdruck. Die Suche nach dem richtigen Fotografen gelingt daher besser über Stichworte wie Businessfotografie. Für 100 – 150 € kann man dann mehrere Bilder erwarten, die einen zutreffenden Eindruck der eigenen Person vermitteln und auf Posen aller Art ebenso verzichten wie auf eine „künstlerisch“ anmutende Bildbearbeitung.

 

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